#zusammenlesen #141

Unsere neue Praktikantin Leonie Herz startet hier im Literaturhaus mit dieser Buchempfehlung:

Lily King: WRITERS & LOVERS. Verlag C.H.BECK. Aus dem Englischen von Sabine Roth.

Lily King erzählt in ihrem Roman »Writers & Lovers« die Geschichte der 31-jährigen Casey, einer sehr starken, aber auch zerbrechlichen jungen Frau, die versucht, zwischen dem Traum des Lebens als Schriftstellerin und der Realität in Form von Geldsorgen, schwierigen Beziehungen zu Männern sowie Selbstzweifeln und Vorurteilen, die gerade weiblichen Schreibenden häufig begegnen, nicht den Halt zu verlieren. »Ich staune nur immer wieder, dass du glaubst, du hättest etwas zu sagen«, ein Satz wie ein Schlag ins Gesicht, den Casey sich von ihrem überheblichen Vermieter anhören muss. Er trifft die Protagonistin, zweifelt sie doch sowieso schon an sich selbst, aber sie macht weiter, hält trotz Rückschlägen und Stolpersteinen an ihrem Traum fest. Ob sie am Ende dafür belohnt wird, möchte ich nicht vorwegnehmen.

Schreibe ich gut genug? Sollte ich nicht lieber etwas Bodenständigeres machen? Habe ich wirklich etwas zu sagen? Solch quälende Gedanken, die Kings Protagonistin schlaflose Nächte bereiten, machen es sich auch gelegentlich in meinem Kopf bequem, schlagen dort ihre Zelte auf und müssen mühsam vertrieben werden. Das Einfühlen in Casey fiel mir daher nicht schwer. Neben der Story, den Situationen und Reaktionen, die Casey widerfahren, welche mich oft an Szenen meines Lebensalltags und den meiner Freundinnen denken lassen, hat mir besonders Kings feinfühlige und doch sehr humorvolle Art zu Schreiben gefallen. Pointierte Dialoge, genaue Beobachtungen und ein Hauch von Ironie brachten mich trotz aller Tragik mehr als einmal zum Lachen.

Eine Leseempfehlung für diesen Roman, zu dessen Motivation die Autorin in einem Interview sagte, dass sie die Geschichte über eine junge Schriftstellerin wollte, an der es ihr selbst zu Beginn ihrer Karriere als Orientierung gefehlt habe. Ihr gelingt dabei »ein scharfsichtiger und zorniger, angesichts all der geschilderten Sorgen letztlich verblüffend leichtfüßiger Roman über Geschlecht und Literatur« (Berliner Zeitung), welcher »der sozialen und kulturellen Codierung von Weiblichkeit auf der Spur ist, ohne ins Theoretische abzudriften« (Deutschlandfunk).

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