#zusammenlesen #148

Bruno Wenn entführt uns mit diesem Buch nach Argentinien:

Martín Caparrós. VÄTERLAND. Verlag Klaus Wagenbach. Aus dem argentinischen Spanisch von Carsten Regling.

Buenos Aires 1933. Andrés Rivarola ist ein frustrierter arbeitsloser junger Mann, der durch die Straßen, Cafés und Bars der Stadt herumtreibt, und ein verhinderter Tangodichter. Er will einem Freund helfen, Geld zu bekommen, das ein Fußballer ihm für die Lieferung von Kokain noch schuldet. Nur, der Fußballer ist verschwunden. Also begibt er sich auf die Suche. Damit beginnt eine Geschichte, die Andrés in immer neue Verwicklungen mit Mafiabossen, zwiespältigen Journalisten und korrupten Polizisten führt. Die Tochter eines hoch angesehenen Politikers der rechtsgerichteten Diktatur wird ermordet. Sie war angeblich mit dem Fußballer liiert. Andrés versucht gemeinsam mit Raquel, einer polnischen Buchagentin, die Wahrheit über den Tod herauszufinden, und damit geraten beide in eine politische Verschwörung.

Ein Krimi? Eher ein Gesellschaftsroman über ein Land, das fußballvernarrt ist, den Tango verehrt und leidenschaftlich lebt, wo Rinderbarone Wirtschaft und Politik dominieren, ein Land, gekennzeichnet von Anarchie und Rechtsextremismus, ein Land in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Man lernt einiges über die politische und gesellschaftliche Lage Argentiniens im Jahre 1933.

"Väterland" ist amüsant, spannend und unterhaltend erzählt, auch wenn ich die Sprache etwas umständlich fand.

Zur Person: Bruno Wenn ist Schatzmeister im Kölner Literaturhaus.

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