21.01.21

Biblisch-hebräische Poesie zwischen Kunst und Wahrheit

Die Bibel ist das meist übersetzte Buch der Welt. Dennoch sind die großen Texte vielen Menschen unbekannt, die Lektüre der traditionsschweren Schrift erscheint oft mühsam und wenig zugänglich. Was aber, wenn man die Bibel einmal verstärkt aus literarischer Perspektive betrachtet und weniger als historisches oder theologisches Dokument?

 

Sie ist eine der Grundurkunden der Kultur Europas wie des Orients: die Bibel. Auch heute sind ihre Texte und Erzählungen Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Zugleich werden Lektüre und Übersetzung gerade der biblisch-hebräischen Poesie durch die traditionsreiche Spannung von Kunst und Wahrheit erschwert. Als Schriftsteller und Übersetzer setzt sich Ulf Stolterfoht in seinen Texten mit den Eigenarten biblischer Lyrik auseinander, schreibt sie im eigenen Werk fort und schafft neue, originelle Wege für deutsche Übertragungen. Aus literarischer Perspektive entpuppt sich die Bibel als ideales Feld, um poetologische, ethische und philosophische Fragen ganz konkret auszuloten: Wie gestaltet sich das Verhältnis von Ästhetik und Verständlichkeit? Von Literatur und Religion? Ist die Bibel »zu wahr, um schön zu sein«? Im Gespräch mit Gundula Schiffer geht Ulf Stolterfoht am Beispiel biblischer Lyrik diesen Fragen nach.

 

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Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Kooperation mit der Juniorprofessur Komparatistik der Universität zu Köln und dem Literaturhaus Köln.

 

Ulf Stolterfoht, geboren 1963, lebt in Berlin. Als Lyriker und Übersetzer ist er Mitglied der Lyrikknappschaft Schöneberg, des Impro-Kollektivs DAS WEIBCHEN sowie der Berliner und der Darmstädter Akademie. Von 2015 bis 2020 betrieb er den Lyrikverlag Brueterich Press. Zuletzt veröffentlichte er Methodenmann vs. Grubenzwang und mündelsichre Rübsal (UV Winter 2019) und fachsprachen XLVI‒LIV (kookbooks 2020).

 

Gundula Schiffer, geboren 1980, lebt in Köln. Sie ist Dichterin und Übersetzerin, hat zur Poesie der Psalmen promoviert, schreibt Lyrik auf Deutsch und Hebräisch und überträgt sich selbst ins Deutsche. Zuletzt erschien die Anthologie Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland (parasitenpresse 2019, hg. u. übers. mit Adrian Kasnitz). Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Lyrikband Hioba Hymore.

 

Anders als ursprünglich geplant, wird Arnold Stadler nicht bei der Veranstaltung dabei sein.

 

Foto Ulf Stolterfoht: © Dirk Skiba