Anna Mayr: »Die Elenden«

»Armut ist politisch gewollt« – eine starke These, die im Zentrum von Anna Mayrs Die Elenden (Hanser Berlin) steht.

In ihrem Buch kritisiert sie eine Gesellschaft, die sich permanent über Arbeit identifiziert und in der Arbeitslosigkeit als Drohmittel und Abgrenzungsmöglichkeit instrumentalisiert wird. Es moderiert Miriam Zeh.

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»Wir grenzen uns von den Arbeitslosen ab, und dafür brauchen wir sie. Und damit wir uns von ihnen abgrenzen können, brauchen wir auch ihr Leid.« Anna Mayr, die in den 90er-Jahren im Ruhrgebiet als Kind von arbeitslosen Eltern aufwuchs, dokumentiert in Die Elenden, wie Menschen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, und zeigt auf, wie herablassend Arbeitslose in Deutschland behandelt werden. Auch wenn es in ihrem Buch nicht hauptsächlich um ihre eigene Geschichte geht, so überzeugt die Autorin – inzwischen Redakteurin einer großen deutschen Wochenzeitung – durch die Kraft ihrer eigenen Erfahrungen als Ausgegrenzte. Diese Erfahrungen haben sie wütend werden lassen: »Wütend auf das ewige Narrativ vom Sozialschmarotzer. Wütend auf linksliberales Schulterklopfen und eine Gesellschaft, die Solidarität predigt und gleichzeitig Arbeitslose verspottet« (Lisa Pausch, BR).
Analytisch und unerschrocken wirft Anna Mayr einen wichtigen Blick auf unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

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