Christoph Peters: Entzug

Mit einer Wodkaflasche auf dem Küchentisch beginnt Christoph Peters’ schonungslos ehrlicher Roman über Abhängigkeit und den Kampf ums Überleben.

Ein Schriftsteller trinkt, um schreiben und fühlen zu können – bis er nur noch trinkt. Bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: aufhören und leben oder trinken und sterben. Entzug (Luchterhand) erzählt von der Logistik der Sucht, von Selbstbetrug und dem Verrat an den Nächsten – und zugleich voller Hoffnung vom mühsamen Weg zurück in die Nüchternheit, in ein Leben, das auch ohne Alkohol lebenswert ist. Es moderiert Christian Bos.

Ich kann weder trinken noch kann ich nicht trinken, aber wenn auch nur die geringfügige Möglichkeit bestünde, dass ich einen Bruchteil besser nicht trinken als trinken könnte, dann sollte, dann muss ich ihn jetzt sagen, diesen Satz, es ist die, meine, unsere einzige Chance, selbst wenn damit im nächsten Augenblick alles vorbei wäre, was es andernfalls erst recht ist: »Ich weiß es nicht, keine Ahnung, aber es nützt ja auch nichts, ich sag das jetzt einfach mal so, selbst auf die Gefahr hin, dass ... Ich bin Alkoholiker. Ich muss einen Entzug machen.«
Stille.
»Ja«, sagt die Frau. »Dann aber sofort.«

Christoph Peters erzählt in seinem großen, sehr persönlichen Roman von einem Schriftsteller, der den schwersten Schritt seiner Karriere gehen muss: den Ausstieg aus der Alkoholabhängigkeit. Schonungslos ehrlich beschreibt er die Routinen der Sucht: Flaschen im Buchregal, Schnaps vor dem Frühstück, sein hochkomplexes Lügengerüst gegenüber der Familie. Mit großer Genauigkeit schildert Christoph Peters den körperlichen Verfall, die Angstzustände und die Zuspitzung der Krise bis zur Entscheidung für den Entzug in der Klinik.
Dabei geht es nicht nur um Sucht, sondern auch um das Verhältnis von Kunst und Alkohol. Christoph Peters verweigert jede Verklärung des Rauschs als Quelle künstlerischer Inspiration und richtet den Blick auf eine nüchterne Selbstbefragung. Erst in der Auseinandersetzung mit der eigenen Suchtbiografie entsteht die Möglichkeit eines Neuanfangs.

© Peter von Felbert
© Peter von Felbert

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