»Deutschland liest ein Buch« – Rachel Khong: Real Americans
»Deutschland liest ein Buch« – nämlich Real Americans (Kiepenheuer & Witsch) von Rachel Khong. Die Aktion lädt ein, gemeinsam die Freude am Lesen zu feiern und über ein Buch ins Gespräch zu kommen.
Silvester 1999: Die 22-jährige Lily Chen, Tochter chinesischer Einwanderer, arbeitet als unbezahlte Praktikantin in einem angesagten Medienunternehmen, als sie Matthew begegnet – charmant, wohlhabend, Erbe eines Pharmaimperiums. Ihre Beziehung scheint unmöglich und doch verheißungsvoll. 21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr zurückgezogen auf einer Insel. Getrieben von einer Leerstelle in seinem Leben begibt er sich auf die Suche nach seinem Vater – und stößt auf Wahrheiten, die alles verändern. Es moderiert Julian Hanebeck. Milena Karas liest aus der Übersetzung von Tobias Schnettler.
Meine Mutter war nicht damit aufgewachsen, das Wort lieben ihren Eltern gegenüber zu benutzen. Als Kind hatte es nie jemand zu ihr gesagt. Meine Eltern hatten immer darauf geachtet, es mir gegenüber regelmäßig zu verwenden. Mein Vater war dabei überzeugender. Selbst mit ihrem perfekten amerikanischen Akzent klang es bei meiner Mutter unnatürlich, als wäre Liebe ein Fremdwort. Für sie war es das auch, in doppelter Hinsicht.
Geleitet von der Frage, was uns zu dem macht, was wir sind, begibt sich Nick, Enkel von Einwanderern, auf die Suche nach seinen Wurzeln. Er verbringt einen Sommer in New York, wo er auf Geheimnisse stößt, die alles verändern werden – nicht nur für ihn. Der Roman vereint drei Perspektiven: Lily im Jahr 1999, Nick 2021 und Mai 2030. Familiengeschichte und Gesellschaftsroman zugleich handelt Real Americans von dem Streben nach Zugehörigkeit, Rassismus und Identität. Wie viel unserer Identität ist vorgegeben, wie viel können wir selbst bestimmen? Zwei Welten, zwei Kulturen, zwei Gesellschaftsschichten prallen aufeinander. Die, der Familie Chen, und die, der Familie Maier. Was beide Familien gemein haben, ist der alles durchdringende Wunsch, dass es der nächsten Generation besser gehen soll. Rachel Khong schreibt bewegend, unterhaltend und aufrüttelnd. Ihr großer amerikanischer Roman ist ein Pageturner mit Tiefe. »Fesselnd, verspielt, philosophisch – dieser Roman hat alles« (Washington Post).
Die Aktion »Deutschland liest ein Buch« vom Verlag Kiepenheuer & Witsch in Kooperation mit der ZEIT wählt halbjährlich ein Buch, das bei Lesungen, Diskussionsrunden und Events Leseliebhaber*innen ins Gespräch bringen soll. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Veranstaltungspartner: COMEDIA Theater, Kiepenheuer & Witsch