Literarischer Salon: András Visky

Guy Helminger und Navid Kermani begrüßen im Literarischen Salon den ungarischen Dramatiker und Regisseur András Visky.
Es gibt Neuerscheinungen, die werden so sehr bejubelt, dass man fast skeptisch wird.

»Ein solches Buch habe ich noch nicht gelesen«, schrieb Herta Müller in der ZEIT über András Viskys Roman Die Aussiedlung (Suhrkamp, übersetzt von Timea Tankó): »Es ist eine Sensation.« Und Péter Nadás meinte gar: »Ein Buch, wie es kaum jemals in einem Jahrhundert geschrieben wird.« Und dann beginnt man mit der Lektüre und weiß schon nach wenigen Seiten: Tatsächlich, es ist nichts weniger als ein Jahrhundertbuch. Mit 65 Jahren veröffentlichte András Visky seinen ersten und einzigen Roman Die Aussiedlung, in dem er von seiner Kindheit in der ostrumänischen Verbannung erzählt, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Die Familie richtet sich in Erdhöhlen und verlassenen Dörfern ein, der Willkür betrunkener Wärter ausgesetzt. Sippenhaft. »Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.ֿ«

Veranstaltungspartner: Stadtgarten, Konrad-Adenauer-Stiftung, Kulturamt der Stadt Köln, Buchhandlung Klaus Bittner

© Gabór Kiss
© Gabór Kiss

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