Literarischer Salon: Ursula Krechel
2025 wurde Ursula Krechel mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt – für ein Werk, das sich durch eine minutiöse Recherche, literarische Präzision und Poesie auszeichnet. Ihre romanästhetische Aufarbeitung von Exil, Flucht, Verfolgung, Feminismus, kurz, der harten Realität nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute, zeigt die 1947 in Trier geborene Autorin als eine höchst sensible Beobachterin dessen, was da schiefläuft.
Nicht als Aktivistin, sondern als Sprachvirtuosin setzt sie das Wort dort ein, wo Recht und Gerechtigkeit bedroht sind. Ihr Bestseller Landgericht (Kampa Verlag), 2012 ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis, erzählt das Leben eines deutsch-jüdischen Richters, der nach der Rückkehr aus dem Exil in die Bundesrepublik versucht, seine Würde wiederherzustellen – und daran zerbricht. Auch ihr jüngster Roman Sehr geehrte Frau Ministerin (Klett-Cotta), der eine Art Kulturgeschichte aller Frauen ist, zeichnet sich durch den Widerstand der Figuren gegen die Gewalt aus, die ihnen angetan wird. Zuletzt hat Ursula Krechel mit dem Essay Vom Herzasthma des Exils (Cotta) die Migrationsdebatte auf ein neues Niveau gehoben – »ein großer Wurf«, wie Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung schrieb. »Ich stemme mich mit meiner ganzen Arbeit dagegen, Vergessen zuzulassen«, sagt Ursula Krechel. Genau das wollen Guy Helminger und Navid Kermani im Literarischen Salon auch.
Veranstaltungspartner: Stadtgarten Köln, Konrad-Adenauer-Stiftung, Kulturamt der Stadt Köln, Buchhandlung Klaus Bittner