»unruly poetry«

Zur dritten Ausgabe der unruly readings macht die Literaturinitiative handverlesen die poetische Kraft marginalisierter Sprachen erfahrbar: Ela Beysun, Anna Julian Mendlik, Biba Oskar Nass und Jon Savkin erschaffen ein Kettengedicht in deutscher Laut- und Gebärdensprache.

Das Projekt verbindet queere Perspektiven und poetische Ausdrucksformen in einer zweisprachigen Performance. 
Die Veranstaltung findet in deutscher Gebärdensprache und Lautsprache statt.

Wie kommt Text in Bewegung? Wie entsteht performative Sprache, die Gebärdensprachpoesie und lautsprachliche Lyrik zu einem fluiden Kunstwerk verschmelzen lässt? Die Literaturinitiative handverlesen gibt mit ihrem Projekt Antworten – Fluide Glossare, ein Kettengedicht in deutscher Laut- und Gebärdensprache, das queere Lebenswelten Tauber und hörender Menschen zusammenführt.
Wie sieht eine queere Sprache aus? Wie verändern sich Begriffe queerer Lebensrealitäten zwischen Tauben und hörenden Individuen? Wie bilden sich neue Gebärden für neue Begriffe? Vier queere Künstler:innen haben das Format des Glossars zum Ausgangspunkt genommen, um Fragen nach der Herkunft von Begriffen, ihrer Deutungsmacht und ihrem Eigenleben poetisch zu erkunden.
Anna Julian Mendlik, Biba Oskar Nass, Jon Savkin und Ela Beysun entwickeln gemeinsam eine zweisprachige Performance, in der neue Konstellationen von Text, Körper und Sprache entstehen.
Zum Finale der diesjährigen unruly readings erwartet das Publikum ein umfassender Einblick in die Arbeit von handverlesen: Neben der Performance von Fluide Glossare wird eine visuelle Ausstellung mit weiteren handverlesen-Projekten und Gebärdensprachpoesie-Filmen gezeigt. Eine kulinarische Intervention wird Raum für Austausch über die gezeigten Arbeiten schaffen.

Über die Künstler:innen
Anna Julian Mendlik, Autor:in, hörend. Zuletzt erschienen die Bände Pandoras Playbox (Verlagshaus Berlin) und Schaum (Sukultur). Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Basler Lyrikpreis. Sie war u.a. Stipendiat:in der Akademie der Künste, Berlin, in Olevano, Italien, und Stadtschreiber:in in Tübingen. 2024 kuratierte sie das Festival »Coming Out, Inviting In« im Literarischen Colloquium Berlin. Aktuell leitet sie eine Lyrik-Werkstatt im Haus für Poesie. Im Projekt handverlesen beteiligt sie sich seit 2017. 

Biba Oskar Nass, transboy & wortmetzger, hörend, schreibt als freier Künstler Prosa und Lyrik. In seinen Texten setzt er sich mit queerem Leben und den Auswirkungen von Gewalt auseinander. Zudem ist Biba Oskar Nass Herausgeber und publiziert neben anderen Texten das queere Literaturmagazin Transcodiert. Biba Oskar Nass hat 2022 die Veranstaltungsreihe »Let’s talk about class« im »ACUD macht neu« kuratiert.

Jon Savkin, 1996 in München geboren, lebt in Berlin. Jon Savkin ist Gebärdensprachpoet:in, Tänzer:in und Schauspieler:in. Die künstlerische Entwicklung begann mit der Zusammenarbeit mit Kassandra Wedel. 2023 wirkte Jon Savkin in Hamlet des Deutschen Gehörlosen Theaters mit. Als Gebärdensprachpoet:in war Savkin u.a. bei »Shut up and Sign Speak« (2022) und »TextKörper-KörperText« (2021) beteiligt. 

Ela Beysun ist Gebärdensprachpoet:in, Performer:in und Schauspieler:in. Im Jahr 2022 wurde Ela Beysun als Mitglied der Performancegruppe T.A.S. mit dem Publikumspreis des DEGETH ausgezeichnet. Ela Beysun trat unter anderem beim Vi-Fest 2022 mit den Gebärdensprachpoesien Feminismus und Bodyshaming auf und war 2023 Teil des Ensembles des Deutschen Gehörlosen Theaters, wo Ela Beysun in der Inszenierung von Hamlet (2023) mitwirkte.

Die Veranstaltung wird kuratiert von Franziska Winkler:
Franziska Winkler ist Autorin und Kuratorin, die sich mit transmedialen Literaturübersetzungen und deren Grenzüberschreitungen auseinandersetzt. Als Tochter tauber Eltern bewegt sich ihre literarische Arbeit zwischen mehreren Sprachwelten und bezieht die Gebärdensprache als ihre Erstsprache stets mit ein. 2017 gründete sie gemeinsam mit Katharina Mevissen die Literaturinitiative handverlesen. Sie ist Herausgeberin der Anthologie handverlesen – Gebärdensprachpoesie in Lautsprache (hochroth Verlag München), die mit dem Dörlemann ZuSatz Preis ausgezeichnet wurde. 2022/2023 war sie Hauskünstlerin an der Burg Hülshoff – Center for Literature. Mit ihrem Romanprojekt Schlucken (Arbeitstitel) war sie 2024 Stipendiatin der Autor:innenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin sowie der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Ihr künstlerisches Interesse gilt den literarischen Grenzbereichen zwischen Sprachen, Medien und Körpern.

Die Performance »Fluide Glossare. Ein Kettengedicht« ist als Koproduktion der Literaturinitiative handverlesen und der Lettrétage Berlin entstanden.

Gefördert durch die Kunststiftung NRW, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die RheinEnergieStiftung Kultur und das Kulturamt der Stadt Köln
In Kooperation mit dem Orangerie Theater Köln, DFG-Graduiertenkolleg »Gegenwart/Literatur. Geschichte, Theorie und Praxeologie eines Verhältnisses« und der studiobühneköln

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