Heike Geißler: Die Woche

In Die Woche (Suhrkamp) erzählt Heike Geißler von einer ungewöhnlichen Woche in Leipzig, in der auf Montag nicht mehr Dienstag folgt und alte Gewissheiten verloren gehen.

Die Erzählerin und ihre Freundin Constanze – die »proletarischen Prinzessinnen« – erproben neue Formen des Sprechens und Handelns. Ein Roman, der für mehr Spaß, klugen Protest und das Ringen um Lebendigkeit plädiert und »sich eine radikal andere Zukunft erträumt« (FAZ). Mit Heike Geißler im Gespräch: Yannic Han Biao Federer.

Wir sitzen zu Füßen der Woche und haben noch gar keine Ahnung. Wir wühlen nicht einmal in alten Ängsten.
Wir schlingern herum und schlingern bald aus Prinzip und voller Energie und dermaßen formschön, beispielsweise schlingern wir dann so, wie man Wasserrutschen nach unten rutscht: mit guter Technik, sich nahezu auf die Seite legend, aufwölbend, alles unter Spannung, ein Kreisen, ein Rasen, also Spaß auf jeden Fall.

Die Woche erzählt von einer Frau und ihrer Freundin Constanze, um die herum alles aus den Fugen gerät: Entmieter drohen mit Entmietung, missgünstige Riesen sind ins Haus gegenüber eingezogen und bauen ein lärmendes Karussell auf. Auf der Couch hat sich der Tod eingenistet, hängt rum und schnarcht. Ein unsichtbares Kind versucht, sich ins Leben zu argumentieren, und ein Caspar stürzt sich Tag für Tag vom gleichen Haus. Auf den Montag der Woche folgt nicht Dienstag, sondern noch ein Montag – und noch einer und noch einer. Mit jedem Montag werden die »enger werdenden Jahre« spürbarer, alles fliegt aus der Bahn – auch der Roman, der mal Prosa ist, mal Lyrik, mal Bewusstseinsstrom, mal Parole, vom Ich zum Wir wechselt und wieder zurück.
In einem mitreißenden Rhythmus, entfesselt und wunderbar eigensinnig, verbindet Heike Geißler Wirklichkeitsflucht, Kindheitserinnerung und Gegenwartsanalyse zu einem unsentimentalen Kaleidoskop. »Versierter wurde in der deutschen Literatur schon länger nicht geklagt. Dass die Klage eine literarische Form sein kann und damit das Gegenteil dessen, was die Trolle treiben, zeigt die Autorin Satz für Satz, Kalauer für Kalauer« (NZZ).

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