Karen Duve: Sisi

Elisabeth von Österreich galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit, war Kaiserin wider Willen, leidenschaftliche Reiterin, Femme fatale.

Bei ihren Zeitgenossen reichen die Meinungen von schwärmerischer Hingabe bis zu hämischer Aversion. Karen Duve komponiert in Sisi (Galiani Berlin) einen Roman, der von einer Frau erzählt, die gefangen war zwischen Freiheitsliebe und spanischem Hofprotokoll, immer auf Reisen, eitel, verführerisch – und für die eigenen Zwecke auch intrigant.

Die Kaiserin umgibt sich nur mit schönen Frauen. Selbst ihre Friseurin, die Feifalik, ist auffallend hübsch. Hässlichkeit ist Elisabeth körperlich zuwider. Außerdem ist es eine ganz andere Leistung, aus einer Ansammlung Schönheiten herauszustechen, als aus einem Kreis plumper Mauerblümchen.

Als Elisabeth, Herzogin in Bayern, durch die Heirat mit Franz Joseph I. Kaiserin von Österreich wird, betritt sie eine streng geordnete Welt, in der jeder ihrer Schritte kommentiert und beargwöhnt wird. Sie schert sich nicht um Konventionen und nimmt sich die Freiheit, auszubrechen: auf ausgedehnten Reisen und bei Aufenthalten auf ihrem ungarischen Schloss Gödöllö. Hier kann sie ungezwungen leben und ihrer größten Leidenschaft nachgehen: wilden Reitjagden. Kein Wassergraben ist der Kaiserin zu breit, kein Hindernis zu gefährlich – Sisi gehört zu den besten und tollkühnsten Reiterinnen ihrer Zeit. Der legendäre Jagd- und Rennreiter Bay Middleton bewundert die Kaiserin nicht nur für ihr reiterliches Können.
Bei einem Aufenthalt auf Gödöllö lädt Sisi ihre reit- und fechtkundige Nichte Marie Wallersee zu sich ein. Als Tochter einer Schauspielerin ist Marie eigentlich nicht standesgemäß, aber Sisi sieht in ihr ein freieres zweites Selbst und macht sie zur engen Vertrauten. Die 18-jährige Marie erliegt schnell dem Charme der kaiserlichen Tante und assistiert ihr nur allzu gerne, wenn diese die leidenschaftliche Reiterin und Femme fatale gibt. Doch bald wirkt auch Marie anziehend auf andere, besonders auf die männlichen Adligen. Sisi, daran gewöhnt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sieht sich nach einem Ehemann für die lästige Konkurrenz um und beginnt ein intrigantes Spiel aus Verführung und Verrat.
Mit großer Lust am Fabulieren und bis ins Kleinste recherchiert beleuchtet Karen Duve in ihrem Roman-Porträt die Reit- und Reisejahre der Kaiserin in den 1870ern und schaut mit frischem Blick auf eine der schillerndsten und facettenreichsten Personen der Weltgeschichte. Es moderiert Andrea Gerk.

Veranstaltungspartner: Galiani Berlin

Die Veranstaltung wird unterstützt von:

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