Literarischer Salon: Anne Weber

Guy Helminger und Navid Kermani begrüßen im Literarischen Salon die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2020, Anne Weber.

Hatte sie in August (S. Fischer) die Geschichte von Goethes Sohn als Puppenspiel gestaltet, in dem dieser an den Fäden seines berühmten Vaters hängt, so erneuert sie mit ihrem Roman Annette (Matthes & Seitz) das Heldenepos, ja erschafft das Heldinnenepos.

Wie kaum ein anderes Werk der Gegenwartsliteratur sind die Bücher der deutschen Schriftstellerin und Wahl-Pariserin Anne Weber nicht nur von der Suche nach der erzählbaren Geschichte geprägt, sondern auch von einer recherche de style, nach einer Form, die einzigartig ist und nur zu genau diesem Stoff passt. Ein literarischer Feinschliff, der im Übrigen auch ihre grandiosen, viel gerühmten Übersetzungen aus dem Französischen auszeichnet.

Ihre Bücher sind in diesem doppelten Sinne Entdeckungsreisen, unabhängig, ob sie nach den Ahnen fragen, nach der Herkunft, nach dem, was politisches Handeln oder die Liebe ausmacht, oder auch nach dem erzählenden Ich. Nun hat Anne Weber im vergangenen Jahr für ihren politischsten Roman den Deutschen Buchpreis erhalten. Dass sie im digitalen Zeitalter ausgerechnet die alte, in Deutschland beinah vergessene Tradition des Versepos auf die Bestsellerlisten bringt, gehört zu den seltsamsten und schönsten Kapriolen des Literaturbetriebs.

Veranstaltungspartner: Stadtgarten, Heinrich-Böll-Stiftung, Kulturamt der Stadt Köln, Buchhandlung Klaus Bittner, Augenklinik am Neumarkt

© Thorsten Greve
© Thorsten Greve

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