Marie NDiaye: Die Rache ist mein

Eine Anwältin soll eine Mutter verteidigen, die unter Verdacht steht, ihre drei Kinder ermordet zu haben. Aber verbindet sie mit dem Vater der Kinder nicht eine folgenreiche Begegnung viele Jahre zuvor?

»Prix Goncourt«-Preisträgerin Marie NDiaye strickt in Die Rache ist mein (Suhrkamp) ein abgründiges Motivnetz rund um Mutterschaft, Herkunft und soziale Verantwortung zu einem »Psychoirrgarten« (DLF). Barbara Wahlster moderiert, aus der Übersetzung von Claudia Kalscheuer liest Milena Karas.

Drei Kinder werden in der Badewanne ertränkt. Ihre eigene Mutter, eine zuvor eigentlich unauffällige Lehrerin, hat die Tat begangen. Als ihr Ehemann Gilles Principaux eines Tages in Maître Susanes Kanzlei erscheint, nimmt sich die Rechtsanwältin des Falles an – ohne sich erklären zu können, weshalb. Hinter der Entscheidung, die Kindsmörderin zu verteidigen, steckt mehr als der Versuch, ihrer mittelmäßigen Karriere Schub zu verleihen. Denn Gilles weckt eine Ahnung in ihr: Erinnerungen an ihre Jugend und an eine traumatische Begegnung mit einem jungen Mann aus bessergestelltem Hause steigen in ihr auf. Weshalb nur kommt ihr dieser Mann so bekannt vor? Vergangenheit und Gegenwart berühren sich in einem motivreichen Geflecht von Verbindungen und Abhängigkeiten.
Die Rache ist mein ist das abgründige Psychogramm einer Kindsmörderin und ihrer Verteidigerin. Zugleich ist Marie NDiayes Text ein großer Gegenwartsroman über die französische Gesellschaft und die moderne Familie, der implizit auch den westlichen Kolonialismus zum Thema macht. Marie NDiayes syntaktisch komplexe, feinfühlige und elegante Sprache übt einen Sog aus, dem man sich nicht entziehen kann. »Selten sieht man es, dass Autoren ihre Figuren mit solcher Wucht zerlegen und demontieren« (NZZ).

Veranstaltungspartner: Institut Français, stimmen afrikas / Allerweltshaus Köln e.V., Suhrkamp Verlag

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