Martin Becker: Die Arbeiter

Die Arbeiter (Luchterhand) von Martin Becker ist die Geschichte über eine Herkunft aus einfachen Verhältnissen, fern aller Romantik und Verklärung.

Hier besteht das Leben aus Plackerei: für das Reihenhaus, für die Kinder, für ein bisschen Glück – wenigstens im Rahmen des Sparkassendarlehens. Manchmal lassen die Eltern die heißen Fabrikhallen hinter sich und fahren mit den Kindern ans Meer: immer an die Nordsee und immer nur für ein paar Tage. Die Moderation für diesen Abend kommt nicht vom Band, sondern wird von einem Seminar der Universität zu Köln maßgeschneidert: Unter der Leitung von Tilman Strasser erarbeiten Studierende ein originelles Gesprächskonzept. 

Da kommen wir her. Aus der Kleinstadt, aus dem Reihenhaus. Das sind wir. Mit Unterhemd, Sonnenbrand und Kippe auf dem Zahn. Mit glasigem Blick an Weihnachten und heiligem Ernst zur Konfirmation. Mit Mama, Papa, zwei Töchtern und zwei Söhnen. Mit Schwarzwälder Kirschtorte vom Fließband, zu früh auf dem Tisch, noch gefroren, zum Geburtstag viel Glück. Wir arbeiten uns den Arsch aus der Hose.

Martin Becker erzählt in Die Arbeiter von einer kleinstädtischen Familie, die es nicht mehr gibt. Von zu früh gestorbenen Eltern und Geschwistern, von einem unverhofften Wiedersehen an der Küste, vom kleinen Wunder, nach dem Verschwinden der Ursprungsfamilie nun selbst Vater zu sein und einen Sohn zu haben. Er erinnert an die altmodischen Nähmaschinen der Mutter, den schweren Schmiedehammer des Vaters, die billig eingerichteten Ferienwohnungen und stets zugequalmten Kleinwagen aus dritter, vierter, fünfter Hand. Es ist eine Liebeserklärung an eine Familie von Bergleuten. Eine Familie von Arbeitern. Eine arme Familie. Eine stolze Familie. Eine Familie, die vom großen Los träumte, aber auch mit Trostpreisen zufrieden war. Seine Familie.

Veranstaltungspartner: Universität zu Köln

© Kathrin Cruz
© Kathrin Cruz

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